Windkraft kontra Naturschutz
| Mäusebussard | Rotmilan | Seeadler |
|---|---|---|
| Rohrweihe | Kranich | Fischalder |
Konkrete Beispiele ->hier
Nach Anpassung des BNatSchG haben Brutplätze keinen ausreichenden Schutz mehr und kaum Auswirkungen auf den forcierten Windkraftausbau
2026 wissenschaftliche Studie: Windkraftanlagen können die Artenvielfalt von Vögeln deutlich beeinflussen
In Landkreisen mit Windkraftanlagen war die Vogelartenvielfalt signifikant geringer als in vergleichbaren Regionen ohne Windkraftanlagen.Die Studie macht deutlich, dass es beim Artenschutz nicht nur um einzelne Schlagopfer geht. Auch Lebensraumverlust, Meideverhalten, Lärm und die Zerschneidung von Landschaften können ganze Vogelgemeinschaften nachhaltig verändern. ->Link
🛑 Naturschutz und Gesetzliche Vorgaben
- Fast 500 Windkraftanlagen stehen in DE innerhalb von Schutzgebietsgrenzen.
- 60 % aller Vogelschutzgebiete liegen in einem rechtlich relevanten Prüfbereich für Windkraftprojekte.
- EU-Vorgabe: 30 % der Landes- und Meeresflächen sollen unter Schutz stehen.
- Deutschland: bisher nur 16 % Landfläche und 43 % Meeresfläche.(2024)
- EuGH-Urteil: Das Tötungsverbot gilt für alle Arten, nicht nur für gefährdete Populationen – der Populationsschutz allein reicht nicht aus.
🦅 Vogelschäden durch Windkraftanlagen
Allgemeine Auswirkungen
- Zahlreiche Studien belegen: Windkraftanlagen führen zu einer signifikanten Abnahme von Vogelpopulationen.
- In Gebieten mit Windrädern: Spechte halbieren sich, Greifvögel um bis zu 70 % reduziert.
- Zugvögel und Seevögel stark betroffen, auch durch Offshore-Windparks (z. B. Seetaucher vollständig verdrängt).
- Rotmilan besonders betroffen:
- Todesursache „Windkraft“ liegt bei 32,9 %, seit 2008 bei 39,7 %.
- Sachsen-Anhalt: 45,6 % der Totfunde bei Rotmilanen.
- Bestandsrückgang in der norddeutschen Tiefebene
- In Deutschland lebt ca. 60 % der Weltpopulation → besondere Schutzverantwortung.
- Studien und Dokus zeigen: Tiere meiden Windräder, meiden Horstbereiche, Flugumleitungen bis zu 9 km.
- Mäusebussard: Jährlicher Rückgang um 7 % – Bestandsgefährdung.
- Waldschnepfe: Balzaktivitäten gingen um 88 % zurück nach Bau von Windrädern.
- Adlerarten betroffen:
- Windpark tötete mind. 150 Adler – Millionenstrafe.
- Smøla-Windpark (Norwegen): jährlich mindestens ein toter Seeadler.
- Seeadler regelmäßig unter den Opfern.
- Schwarzstorch: mehrfach dokumentierte Kollisionen.
Studien & Daten
- PROGRESS-Studie: Schon bei Flughöhen von 50 m besteht tödliche Gefahr für Weihen.
- Studie: Im Durchschnitt 20,7 tote Vögel pro WKA und Jahr.
- Schlagopferstatistik Vögel ->Link Fledermäuse ->Link
- Deutschland ist Hotspot für Vogelkollisionen in Europa.
- Jeder dritte Greifvogel weltweit bedroht – Lebensraumverlust als Hauptgrund.
🦇 Fledermäuse und andere Tiere
- Vertreibung von Fledermäusen in WKA-Gebieten dokumentiert.
- Schweinswale und Seehunde: negativ durch Offshore-Windkraft beeinflusst (z. B. Projekt MINOS).
- Regenwürmer weniger in Böden nahe Windkraftanlagen – vermutet durch Vibrationen.
🐝 Insektensterben & Elektrosmog
- 1.200 Tonnen Insekten sterben jährlich an deutschen Windkraftanlagen.
- Mobilfunkstrahlung und Elektrosmog könnten Insekten- und Vogelverhalten beeinträchtigen.
- z. B. Rotkehlchen reagiert auf Elektrosmog.
- Windräder können durch Turbulenzen und elektrostatische Effekte das Ökosystem stören.
🛰 Monitoring, Forschung und internationale Reaktionen
- Niederlande schalten Offshore-WKA abends während Vogelzugphasen ab.
- Flugaufzeichnungen belegen großräumige Vermeidung von WKA durch Rotmilane.
- Zugvogelerfassungen zeigen Kollisionen sind schwer nachweisbar, aber wahrscheinlich.
- Vogelverhalten an Windfeldern verändert – Vermeidungsverhalten, Fluchtdistanzen steigen.
⚠️ Gesellschaftliche und politische Aspekte
- Rotmilan-Horste werden zerstört für WKA-Planungen.
- Kritik an Genehmigungsverfahren – Ignoranz gegenüber Artenschutz.
- Kritik am „Klimaschutz um jeden Preis“ – Artensterben wird für Energiewende hingenommen.
- Studien zeigen, dass Todesfälle durch Windkraft das Wachstum ganzer Populationen beeinträchtigen können.
- Doku „Kielings Welt“ verdeutlicht die Auswirkungen auf Rotmilan & Co.
🌍 EU-Strategien & Klimakontext
- EU-Biodiversitätsstrategie 2030 fordert mehr Schutzgebiete & Artenschutz.
- Klimawandel hat geringeren Einfluss auf Brutvögel als z. B. Lebensraumverlust. / Nähe zu anderen Populationen entscheidend für Bestandsentwicklung. / Verfolgung und Bejagung haben stärkeren Einfluss auf Populationsentwicklung als das Klima.
📌 Fazit (Kurz)
- Windkraftanlagen haben nachgewiesene, teils dramatische Auswirkungen auf Vogel- und Tierarten, insbesondere Greifvögel, Zugvögel, Fledermäuse und Insekten.
- Der Ausbau kollidiert massiv mit dem Artenschutz, besonders im Kontext von Schutzgebieten und der EU-Vorgaben.
- Kritik an politischen Kompromissen und Genehmigungen wird laut.
- Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für bedrohte Arten wie den Rotmilan.
- Wissenschaftlich wird gefordert, den Natur- und Artenschutz gleichrangig zum Klimaschutz zu behandeln.
Quellengaben hier -> https://crussow-lebenswert.de/sonstiges.html#Avifauna
konkrete Auswirkungen des reduzierten Artenschutzes
Bayern: Auch Arten die hier selten vorkommen sind betroffen. So wurde in Warmisried bei Eggenthal ein Gänsegeier Opfer einer Windkraftanlage. Das aufgefundene Prachtexemplar war
offensichtlich ein junger Vogel. Eine abseits
gefundene Feder vom Stoß hatte das Wachstum
noch nicht abgeschlossen, so die Einschätzung
des versierten Falkners, S. Wolf. Offensichtlich herrschten günstige
Windverhältnisse und Nahrungsdruck, sodass
einer Erkundung nördlich des Alpenhauptkamms
nichts im Wege stand. Es wurden schon
Flughöhen des Gänsegeier von bis zu 3.000 Meter über Grund
beobachtet.
Maximal 110 Meter hoch muss er wohl in
Warmisried über den Höhenrücken gesegelt
sein, als es zu einer Kollision mit einem
Rotorblatt gekommen ist. Jährlich werden in Deutschland bis zu 25
Sichtungen registriert.
Als
Schlagopfer sind sie bisher im Allgäu nicht aufgefallen. So
gesehen ist dies ein herber Verlust für diese
Region. Sie sind heimisch in Nordafrika, auf der
Iberischen Halbinsel, auf Sardinien, in
Südfrankreich, wie auch in weiten Teilen des
Balkans und Teilen der Arabischen Halbinsel.
"Mittlerweile gibt es in den Alpen mehrere
erfolgreiche Wiederansiedelungsprojekte und
Sichtungen im Friaul, Kärnten und Bayern."
Vor dem Schlagopfer :
A. Schmid, Jäger aus Eggenthal, und H. Ertl, Vorsitzender des Vereins Windradfrei aus Lauchdorf.

S. Wolf, Falkner aus Bayersried und H. Ertl.
Brandenburg: Um ein geschütztes Biotop mit Brutplätzen vor Störungen zu schützen wurden an der Windkraft-Großbaustelle mit 6 Windturbinen Verkehrsschilder aufgestellt. Die Geschwindigkeitsreduzierung auf 6 km/h und das Halteverbot im Schilfbereich sind ein Witz, wer denkt sich so was aus? Regulär gibt es ein verhängtes Störungsverbot laut Vogelschutzrichtlinie wärend der Brutzeit. Das stört hier aber Niemand, Kran und Bauverkehr sind aktiv (Mai/Juni), trotz beauflagter ökologischer Baubetreuung.
Schöneberge / Halver (NRW): Schutzauflagen wurden angepasst ! Ursprünglich sah der Genehmigungsbescheid vom 28. September 2023 unter anderem vor, dass die Anlage vom 21. Februar bis 10. August tagsüber nicht betrieben werden darf. Diese Betriebsbeschränkung wurde mit Bescheid vom 6. Oktober 2025 aufgehoben. Seitdem ist in diesem Zeitraum ein uneingeschränkter Tagbetrieb zulässig. Auch eine Bauzeitenbeschränkung zum Schutz des Schwarzstorchs wurde später aufgehoben. Sie galt ursprünglich vom 21. März bis 10. August und bezog sich auf einen Horst in rund 589 Metern Entfernung zum Anlagenstandort. Grundlage für die Änderung waren laut Kreis ergänzende Gutachten und eine fachliche Einschätzung des LANUK. Demnach sei keine erhebliche Störung des Schwarzstorchs zu erwarten. ->Link
Ulrichstein (HS): Im Umkreis von 2 km gab es 4 aufgegeben Seeadler-Horste . Ein Horst war vor Jahren besetzt und bebrütet und an einer Windkraftanalge nur wenige Meter davon entfernt wurde während der Brut Zeit das Getriebe gewechselt. Auf eine Meldung an die untere Naturschutz Behörde brachte nicht den Erfolg, dass die Arbeiten bis nach der Brut aufgeschoben werden. Die Vögel brachen die Brut ab und inzwischen ist der Horst verschwunden. 26 unter den WKA gefundene Rotmilane sind bisher hier in Ulrichstein bei der staatlichen Vogelschutzwarte aufgeführt.
Fotos. Hermann Dirr
Vergrämung: Der Fischadler-Horst war nach der Errichtung von neuen Windkraftanlagen mit 250m Gesamthöhe in 970 m nicht mehr besetzt.
Schlagopfer eines Mäusebussard. Entfernung zur Windkraftanlage 380 m. Der Mäusebussard weist mit Abstand die höchsten Schlagopfer auf, gehört ab nach BNatSchG §45b nicht zur Liste kollisionsgefährdeter Brutvogelarten mit definierten Schutzabständen.
Windfeld genehmigt in zu geringen Abständen unter 1.000 m zum Schlaf- und Rastplatz von Graugänsen und Kranichen
Laut BNatSchG (2026) sind Rohrweihen nicht kollsionsgefährdet, wenn Rotoren 50m über Grund liegen ->Link . Falsch! Die Auswertungen der Vogelschutzwarte Brandenburg zeigen Schlagopfer auch in oberen Bereichen über 50 m!
Windfeld mit 6 Anlagen im Nahbereich mehrerer Rohrweihe Brutplätze wurde genehmigt. Abstand Fundament zum Schilfgürtel 40-120 m. Rotoren ragen mit Rotorlänge von 75 m in den Schilfbereich.
Kraniche gehören eher zu den seltenen Schlagopfern, aber auf Ihren Zugrouten trifft es auch diese Art.
Viele Flugkorridore werden mittlerweile von Windrädern blockiert, Rückgang der Greifvögel in Neuental. ->Link







